Ende letzten Jahres haben wir ein Crowdfunding-Projekt für die Cashew-Bauern der Fairtrade Alliance Kerala (FTAK) durchgeführt. Grund waren die verheerenden Monsun-Regengüsse des vergangen Sommers, die insbesondere in Kerala zu enromen Schäden an Haus, Hof und Infrastruktur geführt haben. Dank der Unterstützung zahlreicher Spender konnten wir im Januar über CHF 31’000 für den Wiederaufbau nach Kerala schicken. Mittlerweile konnten die dringlichsten Massnahmen, wie z.B. die Instandstellung der Wasserleitungen und der landwirtschaftlichen Flächen, sowie die Finanzierung von neuem Saatgut, umgesetzt werden. Mehr Informationen zur Verwendung der Gelder und zu den Fortschritten des Wiederaufbaus, erfährst du im Blog «Rebuilidng FTAK».

Mitte Dezember 2018 kam das Crowdfunding für Kerala zum Abschluss. Die Initiatoren Pakka und Crowdcontainer, sowie die Kleinbauern der FTAK sind beeindruckt und gerührt über die grösszigen Beiträge und Solidarität. Ein grosses Dankeschön im Namen der vielen Kleinbauern der FAIR TRADE ALLIANCE KERALA, aber auch im Namen von Pakka und Crowdcontainer für die grossartige Unterstützung.

344 Personen haben insgesamt CHF 42’562 finanziert!

Möchtest du über den Aufbau und Projektverlauf in Kerala auf dem Laufenden gehalten werden? Klicke HIER um auf die Crowdfunding-Plattform von 100days zu gelangen oder schreibe dich für den Pakka– oder Crowdcontainer-Newsletter ein.

Cashew Ernten von Jahrhundertflut betroffen

Seit mehr als 10 Tagen suchen heftige Monsunregen den Bundesstaat Kerala heim und mehr als 220’000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Davon betroffen sind auch die rund 5’500 Kleinbauern unseres langjährigen Partners «Fair Trade Alliance Kerala/Elements – FTAK» mit ihren angebauten Produkten Cashewnüsse, Gewürze, Kaffee, Kakao und Kokosnuss-Produkte. «Die vielen Erdrutsche in den Bergen, verursacht durch die heftigen Regenfälle, haben zu beträchtlichen Verlusten an Eigentum und Ernten geführt. Glücklicherweise sind die Bauern selber aber wohlauf» wie uns heute Tomy Mathew – Gründer der Fairtrade Alliance – informierte.

Laut Vorhersagen sollen die starken Regenfälle in den kommenden Tagen nachlassen, das Wasser geht langsam zurück und das Ende der Monsun-Saison naht.

Ein Teil der Bauern im Sugandhagiri Projektgebiet kann nun wieder zurück in ihre Häuser. Viele müssen aber noch in den Hilfslagern ausharren, da die Gefahr der Erdrutsche nach wie vor sehr hoch ist und ihre Häuser teilweise beschädigt bis komplett zerstört sind. Die schwierige und langwierige Aufgabe des Wiederaufbaus rückt nun langsam in den Hauptfokus der Kleinbauern der Kooperative «FTAK/Elements».

Bereits morgen trifft sich ein Ausschuss der Fair Trade Alliance, um (landwirtschaftliche) Soforthilfemassnahmen aufzugleisen. Zuerst werden den Kleinbauern finanzielle Hilfen für die nächste Ernte im Dezember/Januar im Sinne einer Soforthilfe ausbezahlt. Anschliessend werden die Schäden für die Häuser und Höfe aufgenommen, bewertet und in einem weiteren Schritt eine Roadmap für den Wiederaufbau definiert.

Pakka ist ein Teil von Elements und Elements ein Teil von Pakka. Nicht nur, weil die feinen Cashews, die wir in die Schweiz und nach Europa bringen, nach wie vor unser Kerngeschäft darstellen, sondern auch und gerade weil wir seit Anfang unserer Firmengeschichte einen gemeinsamen Weg gehen.

In diesen schwierigen Zeiten unterstützt Pakka «FTAK/Elements» und die dahinterstehenden Kleinbauern im Auf- und Wiederaufbau und wird kommende Ernten vorfinanzieren. Pakka wünscht der Fairtrade Alliance/Elements viel Energie im Aufbau, und dass ihre Ernten bald wieder «Pakka*» sind.

*Pakka kommt aus dem Hindi und beschreibt etwas «Reifes» oder «Solides».

Mehr Informationen über FTAK und Elements

Die Produktionsmethode vom Pakka Kokosnussöl wurde aus Gründen der Qualitätssicherung optimiert und an ein lokal traditionelles Verfahren angepasst. Weiterhin werden auserlesene Kokosnüsse aus Kerala zu einem hochwertigen Kokosnussöl verarbeitet.

Hochwertige Kokosnüsse aus Kerala

Kerala wird auch als Land der Kokosnüsse bezeichnet. Und die Produzentinnen und Produzenten von unserem Südpartner Fair Trade Alliance Kerala sorgen dafür, dass nur die besten Kokosnüsse für unser Kokosnussöl verwendet werden – denn auf die Auswahl der richtigen Nüsse kommts an. Die Qualität vom Öl ist abhängig von der Qualität der Nüsse, weil wir auch weiterhin nicht raffinieren oder entduften.

Pakka importiert nicht nur Bio- und Fairtrade-zertifizierte Nüsse direkt aus dem Ursprung, sondern hat die Vision die Wertschöpfung direkt mit den Südpartnern zu erzielen. Das Kokosnussöl wurde direkt mit den indischen Südpartnern Fair Trade Alliance Kerala (FTAK) und Elements Homestead entwickelt und wird seither direkt vor Ort in Kerala produziert und abgefüllt.

Elements führt eine neue Produktionsmethode ein

Unser Südpartner Elements Homestead hat die Produktion des Kokosnussöls überarbeitet. Bis anhin wurden im Rahmen eines Spezialverfahren die Schale von den Kokosnüssen entfernt, die Kokosnussmilch aus dem feuchten Kokosnussfleisch gepresst und dann das Öl aus der Kokosnussmilch in einer Zentrifuge extrahiert.

Neu wird das Kokosnussfleisch aus den Schalen herausgepult, dann in Anlagen kontrolliert getrocknet (bis max. 80 Grad Celsius) und anschliessend wird aus der Copra (das ist das getrocknete Kokosnussfleisch) mittels eines Press-Verfahrens das Öl extrahiert (bei maximal 50 Grad Celsius).

Das neue Verfahren entspricht dem traditionellen, lokalen Produktionsprozess. Unser Partner Elements verfügt über ein entsprechend tief verankertes Knowhow, um ein qualitativ hochwertiges Kokosnussöl garantieren zu können. Weil das Öl nicht raffiniert und natürlich belassen bleibt, ist und bleibt die richtige Erst-Auswahl der Kokosnüsse wichtig. Und natürlich ist das Kokosnussöl weiterhin Bio und Fairtrade zertifiziert.

 

Gebana Crowdfinancing Burkina Faso

Crowdfinancing ist ein neuer Trend: Viele kleine Investoren geben Geld, daraus wird ein grösserer Kredit und das Geld fliesst direkt zum Kreditnehmer, ohne Bank dazwischen. Im Sommer hat der Bundesrat neue Fintech-Regeln verabschiedet, die dieses System begünstigen. Über das Potential der „Schwarmfinanzierung“ und ob die neue Regel tatsächlich Verbesserungen für Unternehmen bringen, diskutierte am 24.11.2017 im Zürcher Volkshaus ein Podium, zu dem gebana geladen hatte.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion präsentierte Pakka sowohl ein aktuelles eigenes Finanzierungsprojekt als auch die Beweggründe für die Beteiligung an gebana Burkina Faso. Pakka wird sowohl finanziell als auch fachlich in den Neustart dieses Unternehmens investieren. In Westafrika werden über 800’000 Tonnen Cashews pro Jahr angebaut, meist aber nicht vor Ort verarbeitet. Wir freuen uns, mit diesem Engagement zur Erhöhung der lokalen Wertschöpfung in Burkina Faso beizutragen.

Unser Nuss-Sortiment hat Zuwachs erhalten. Wir bieten in Ergänzung zu unseren bestehenden Manufaktur-Produkten im transparenten Beutel neu auch Nussspezialitäten im Schutzbeutel an. 

Diese Nussköstlichkeiten vertreten die gleichen Pakka Werte: Die Nüsse sind aus fairem Handel, in Bio Qualität und wir unterstützen die Kleinbauern-Kooperativen. Neu im Schutzbeutel erhältlich sind Cashews und Mandeln in den folgenden Geschmacksrichtungen:

Unser beliebter Hunza-Mix, die Nature Cashews, Mandeln, Parannuss und Macadmia, sowie die mit Meersalz gewürzten Erdnüsse sind ebenfalls weiterhin im Schutzbeutel erhältlich.

Der Unterschied der Snacks im Schutzbeutel zu den Manufakturprodukten

Im Unterschied zu unseren Manufakturprodukten , welche komplett manuell geröstet, gewürzt und in 100g Portionen in einem Klarsichtbeutel verpackt sind, werden die Nüsse im 100-120g Schutzbeutel maschinell hergestellt und verpackt. Dadurch sinken die Veredelungskosten und wir können diese Snacks zu einem deutlich tieferen Preis anbieten. Zudem ist die Verpackung luft- und lichtdicht und die Nüsse werden unter Schutzgas verpackt – so können wir die Röstfrische und den Biss der Nüsse noch besser garantieren.

Herkunfsländer der Pakka-Cashews

Wir beziehen die Cashews weiterhin von unseren Südpartnern in Indien und Côte d’Ivoire. In Kerala, Indien bauen mehrere Tausend Bauern der Produzentenorganisation Fair Trade Alliance Kerala (FTAK) die Cashews an, die über Elements in die Schweiz exportiert werden. Und in der Côte d’Ivoire beziehen wir die Cashews von der Bauernkooperative COPABO (Coopérative des Producteurs Agricoles de Bondoukou).

Ueli Baruffol ist bei Pakka für die Kooperation mit den Südpartnern zuständig. Als solcher besucht er unsere Partner im Süden regelmässig und verhandelt mit ihnen über Rohwarenhandel und Finanzierung im kommenden Geschäftsjahr. Auch der Ideenaustausch zu neuen Produkten, die lokale Wertschöpfung und die Philosophie des fairen Handels stehen im Zentrum seiner Reisen. In diesem Blogbeitrag erzählt Ueli von seiner jüngsten Reise nach Indien.

 

Anfang Januar war es wieder so weit. Einmal mehr hiess es: Koffer packen und ab nach Indien! Als Pakkas offizieller Nusshändler reise ich mehrmals pro Jahr zu unseren Südpartnern, die – der Name verrät es – von uns aus betrachtet im Süden der Welt zu Hause sind. Die Kontaktpflege mit unseren Südpartnern ist wichtig, denn sie spielen eine wichtige Rolle in der Lieferkette der Pakka-Produkte.

 

Fair Trade in Indien: Ein wirtschaftliches und soziales Schwergewicht

Südpartner sind kleine Handelsunternehmen, die lokale Produkte exportieren und dabei sehr eng mit Kleinbauern- oder Produzentenkooperativen zusammenarbeiten. Diese Kooperativen verhandeln im Interesse der Bauern und Produzenten eine einheitliche Preispolitik, sie bieten Beratungen zu wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Themen an und geben den Produzenten nicht nur ein wirtschaftliches Gewicht in ihrer Gemeinschaft, sondern oft auch eine politische Stimme auf lokaler Ebene. Aber auch auf gesellschaftlicher Ebene haben diese Kooperativen einen positiven Effekt: Sie bilden stabile soziale Netzwerke unter den Kleinbauern und Produzenten, wo Austausch von Wissen, Darlehen unter Nachbarn und gegenseitige Unterstützung in Notsituationen gefördert werden.

 

Max Havelaar, Bio Suisse und EU-Normen: Fair Trade und Bio auf höchstem Niveau

Ziel meiner Reise war der Besuch bei unserem Südpartner Elements im Staat Kerala, ein Küstenstreifen im Südwesten Indiens. Nach der Ankunft in Mumbai und einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht im Flughafenhotel ging es für mich weiter nach Kozhikode, einer Küstenstadt mit über 400’000 Einwohnern. Dort erwartete mich Tomy Mathew, der mich durch meinen indischen Aufenthalt begleiten sollte. Tomy ist Gründer und Geschäftsführer von Elements, das er zusammen mit seiner Frau Seepja aufgebaut hat. Elements ist eine Exportfirma für Fair Trade-Produkte und arbeitet unter anderem mit der Produzentenkooperative Fair Trade Alliance Kerala (FTAK). Die FTAK wiederum vereint unter ihrem Dach über 4‘500 Mitglieder, die sich im biologischen Landbau engagieren, sich für Ernährungssicherheit einsetzen, Biodiversität auf den Farmen fördern und die Rolle der Frauen in der Gemeinschaft stärken. Ein grosser Teil der Produkte der Fair Trade Alliance Kerala ist nach den Richtlinien von Max Havelaar, Bio-Suisse und/oder nach der EU-Verordnung für biologischen Landbau zertifiziert.

 

Biologisches Kokosnuss-Öl interessiert auch indische Journalisten

Tomy und seine Geschäftspartner sind Fair Trade-Verfechter der ersten Stunde und setzen sich mit viel Leidenschaft für das Thema ein. Sie ermöglichen mir ausserdem den direkten Kontakt zu Produzenten und Bauern und organisieren bei jeder meiner Reisen entsprechende Besuche. Diesmal stand die Besichtigung einer Verarbeitungsanlage für biologisches Kokosnuss-Öl auf dem Programm. Begleitet wurden wir von einer Journalistin der Zeitung «The Economic Times». Das Thema Kleinproduzenten und Bio-Landwirtschaft interessiert nämlich auch in Indien zusehends (den Artikel aus der Indian Times gibt es übrigens hier zu lesen). Bei einem kurzen Rundgang lernten wir den aufwendigen Herstellungsprozess kennen, der am Ursprung des Kokos-Öl steht, der als Pakka-Produkt den Weg in unsere Küchen findet. Wir staunten über die Mengen an halbierten Kokusnüssen, die zum Trocknen in der Sonne lagerten und über die sorgfältige Handarbeit, die für die Herstellung des Öls nötig ist.

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Die Kokosnüsse werden an der Sonne getrocknet.

 

Bunt, laut und unterhaltsam: Promotionsveranstaltungen in Indien

Die Tage nach der Fabrikbesichtigung verbrachte ich mit Tomy und seinen Geschäftspartnern an verschiedenen Promotionsveranstaltungen für das sogenannte Seed Festival, das «Saatgutfest» also, das Jahr für Jahr die wichtigste Veranstaltung der FTAK ist. Dieses Jahr stand es aber unter einem besonderen Stern, da damit auch das 10-jährige Bestehen der FTAK gefeiert wurde. Jede Veranstaltung wurde von einem bunten Kleinwagen mit Flugblättern und einem unglaublich lauten Megafon auf dem Dach begleitet. Mein Fazit zu indischen Promotionsveranstaltungen: Sie sind bunt, sie sind laut und sie sind sehr unterhaltsam. Ziemlich sicher wären sie auch inhaltlich wirklich interessant, nur verstehe ich leider kein Malayalam, die Sprache der lokalen Bevölkerung.

Der Gedanke hinter dem Seed Festivals ist es, den Austausch und damit den Erhalt seltener traditioneller Pflanzen zu fördern. Gerne wird die Präsentation des Saatguts den Kindern überlassen, die dann mit den teils sehr exotisch aussehenden Pflanzen durch Dörfer und Städte laufen und stolz die Vielfalt der lokalen Pflanzen präsentieren. Und diese Vielfalt ist tatsächlich beeindruckend, immer wieder wurde mir eine Frucht zum Probieren zugesteckt, von denen ich die meisten noch nie zuvor gesehen hatte.

Kinder Seed Fest

Kinder präsentieren am Seed Festival die Artenvielfalt der Region

 

Zürich und Mumbai, ähnlicher als erwartet

Vielfalt war dann auch an meinen letzten Tagen in Indien das vorherrschende Thema. Ich besuchte mit Tomy drei verschiedene Farmen, deren Besitzer sich auf Elefantenfuss-Yams (eine Art Süsskartoffel) und Kaffee, Kardamom und Milch, Muskatnuss und Kautschuk, Bienen, Reis und verschiedenes Gemüse spezialisiert hatten.

Mit all diesen Eindrücken machte ich mich nach nur einer Woche wieder auf in Richtung Zürich. Zurück im Pakka-Büro fand ich dann doch eine Ähnlichkeit zu Indien: Die Dauerbeschallung von der Baustelle an der Hardbrücke ist in etwa vergleichbar mit dem Lärmpegel des Promotionwagens in Kerala.

Der Landbote, 21. Januar 2016

Mit „Crowd Container“ will ein Jungunternehmer ein neues Importmodell für Lebensmittel testen. Ein Grossteil der Wertschöpfung bliebe so bei den Kleinbauern. Den Zeitungsartikel findet ihr direkt auf der Website vom Landbote.

WHAT IT TAKES TO MAKE A FARMER HAPPY

The Economic Times Mumbai, 26. Januar 2016

„Farmers in the hill district of Kerala are better off than their brethren elsewhere thanks to organic farming and consumers willing to pay more than the market price for healthier products, writes Rohini Mohan…“ You can read the full article here.