Alle Posts mit dem Titel „Nut knowledge“ geben euch interessante Informationen über die Mandel. Angefangen beim botanischen Wissen, den landwirtschaftlichen Aspekten, geht es über die Ernte und Verarbeitung bis hin zum wirtschaftlichen Kontext.

Im heutigen und letzten Beitrag zur Mandelkampagne wollen wir die Unterschiede zwischen konventionell und biologisch angebauten Mandeln in Bezug auf die wirtschaftlichen Aspekte aufzeigen. Ein für uns Kunden und Kundinnen wesentlicher Unterschied liegt im Preis. Wie kommt es zu diesen Preisunterschieden?

Konventioneller Mandelanbau ist sehr stark ertragsorientiert und daher bemüht, den Ertrag pro Fläche auf das Maximum auszureizen, dabei muss dieser bestmöglich gesichert respektive kalkulierbar sein. Die Risiken der Ertragsschwankungen werden in der Regel durch den Einsatz von Pestiziden minimiert. Standorte für intensive Mandelproduktion werden so gewählt, dass die Wahrscheinlichkeit für Fröste zur frühen Blütezeit praktisch ausgeschlossen werden kann und die natürliche Variation der Niederschläge wird mit Bewässerungssystemen ausgeglichen und auf ein optimales Pflanzenwachstum angepasst.

Natürlich versucht auch die biologische Landwirtschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Anbaurisiken wie zum Beispiel Schädlingsbefall zu minimieren. Ein grosser Teil der biologisch angebauten Nüsse stammen aus kleinbäuerlichem Anbau, wo die Mandelbäume auf kleinflächigen Parzellen wachsen und als Mischkulturen zum Beispiel zusammen mit Oliven- oder Pfirsichbäumen angepflanzt sind. Die Standorte der Mandelbäume sind dort, wo die Mandel natürlicherweise vorkommt und entsprechend robust gewachsen ist.

Während bei der kleinbäuerlichen Familie die Mandelbäume von Hand gepflegt werden, sind es auf konventionell bewirtschafteten Mandelplantagen chemische Unkrautvertilger, die den „lästigen“ Pflanzenbewuchs zwischen den Pflanzungen, potentielle Herde für Krankheiten, eliminieren. Durch den Einsatz von Maschinen und Chemie lassen sich die Kosten gegenüber der Handarbeit weiter reduzieren. Weil die Anbaumethoden im konventionellen Mandelanbau dank Skaleneffekten wirtschaftlicher werden, tendiert ein konventionell geführter Betrieb zu grossen Anbauflächen.

Aber nicht nur der Anbau trägt zu den Preisunterschieden bei, auch die Lagerung und Verarbeitung ist entscheidend. Damit das Bio Label auf der Verpackung stehen darf, müssen alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette die Bio-Richtlinien befolgen. So ist bei Bio-Nüssen zum Beispiel die Begasung verboten, welche zum Schutz vor Ungeziefer während der Lagerung eingesetzt wird. Um dennoch auch für biologisch zertifizierte Lebensmittel eine solchen Schutz bieten zu können, wird meist die so genannte Druckentwesung eingesetzt. Sie erfolgt mit Kohlendioxid und ist technischer aufwändiger und kostenintensiver.

Schliesslich tragen Bio-Produkte ein Label wie zum Beispiel die Knospe von BioSuisse oder das EU-Bio Label. Für die Verwendung des Labels entstehen Kosten, welche in der Regel von den Konsumenten getragen werden. Auch wenn gemäss einem Preisvergleich vom K-Tipp ein doch substantieller Anteil des Preisunterschieds unbegründet ist, wollen wir mit diesem Beitrag aufzeigen, weshalb beim biologischen Anbau mehr Kosten entstehen, welche durchaus gerechtfertigt sind. Damit schliessen wir die Mandelkampagne ab und wir widmen uns einer neuen Nuss – der Paranuss.

Sie werden ganz als Snacks, als Blättchen zur Dekorierung von Backwaren, gehackt als Überzug für Eisriegel, gemahlen zur Sossenandickung, püriert als Nusscreme oder gepresst als Öl verwendet, um nur einige Beispiele zu nennen. Am meisten wird die Mandel in der weiterverarbeitenden Industrie benötigt. So findet man die Mandel vor allem als Zutat im Müsli oder in Riegeln, aber auch als Nusscreme oder Mandelmilch.

mandelmüsli

Den grössten Verbrauch hat die USA mit 269.061 MT (2012). Danach folgen Deutschland (2012, 71.516 MT) an zweiter und Spanien (2012, 57.664 MT) an dritter Stelle. Doch aus welchem Grund ist dieser Verbrauch so hoch und in den letzten Jahren stets gestiegen. Die Globalisierung hat sicherlich ihren Einfluss. Vereinfachte Exporte und Importe treiben den weltweiten Handel voran und die Verbreitung von Trends und Essgewohnheiten steigern die Nachfrage. Ebenso ist die Entwicklung im Gesundheitsbereich nicht ausser Acht zu lassen. Attribute wie healthy Benefits, gluten-frei, nährstoffreich oder krebshemmend, werden zunehmend immer wichtiger. Und Mandeln erfüllen vieler solcher gefragten Benefits, sie sind gluten-frei, enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe – und können damit beispielsweise Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Und wenn die Mandeln aus biologischem Anbau stammen, kann man ausserdem Rückstände von Pestiziden oder dergleichen ausschliessen, was der Gesundheit zusätzlich zu Gute kommt. Daher wollen wir uns im nächsten Beitrag dem Unterschied der konventionell und der biologisch angebauten Mandeln in Bezug auf die Wirtschaft widmen.

Im letzten Beitrag ging es darum, dass der grösste Anteil der konventionell angebauten Mandeln aus Kalifornien kommt. Wir haben kurz angesprochen, dass damit vor allem die kleineren Anbaugebiete Mühe haben, sich im Weltmarkt zu behaupten. Heute wollen wir auf die Folgen einer solchen Anbauweise eingehen. Jeder der den Film „More than honey“ einmal gesehen hat, weiss, dass das Bienensterben eine Folge davon ist. Daneben gibt es noch weiter negative Aspekte, die bei Monokulturen betrachtet werden sollten, obwohl eine solche Anbauweise aus ökonomischer Sicht durchaus gerechtfertigt scheint. Rein ökologisch betrachtet beeinflussen Monokulturen langfristig die Bodenqualität negativ. Die Nährstoffverfügbarkeit wird geringer und das Wachstum von Unkraut steigt, was sich auf die Pflanzengesundheit auswirkt. Es muss daher mehr gedüngt werden und Schädlinge müssen intensiver bekämpft werden. Denn die Schädlinge können sich in Monokulturen viel leichter in einem unnatürlichen Mass vermehren, da den natürlichen Feinden, wie den Vögeln, die geeignete Lebensgrundlage fehlt. Dies ist auch ein Grund dafür, dass eigentlich unschädliche Tiere plötzlich zur Plage werden, denn das Gleichgewicht der Nahrungskette ist nicht gegeben.

Des Weiteren ist die Bearbeitung der Bodenfläche mit den Landmaschinen nicht ausser Acht zu lassen. Durch die starke Beanspruchung beim Pflügen bilden sich Pflugsohlen (verdichteter Boden unter der aufgelockerten Schicht) und durch die Last der schweren Landmaschinen wird der Boden zusätzlich verdichtet, was die Einsickerungskapazität verringert. Dies bedeutet, das Wasser gelangt viel schwerer in den Untergrund. Aber auch die Wurzeln der Pflanzen können sich schlechter in die Bodentiefe ausbreiten. Welche weiteren Auswirkungen die Bodenverdichtung hat, zeigt nachstehende Grafik.

Auswirkungen Bodenverdichtung

Auswirkungen Bodenverdichtung

Ausserdem wird dem Boden mit jeder Ernte Nährstoff entzogen. Normalerweise stellt dies kein Problem dar, doch bei Monokulturen ist dieser Entzug einseitig und daher erfolgt die Düngung auch einseitig, was wiederum zu einer Überdüngung führen kann. Abschliessend kann gesagt werden, dass sich Monokulturen sehr schlecht auf die Bodenqualität auswirken, der natürliche Nährstoffgehalt sinkt, Humus durch die Bodenverdichtung stark abgebaut wird und die Artenvielfalt der Bodenorganismen verloren geht, um nur einige Beispiele zu nennen. Deshalb ist eine Biodiversität im landwirtschaftlichen Anbau langfristig erstrebenswert.

Doch wieso entstehen solch riesige Anbauflächen mit Monokulturen. Gefördert wird der Monokulturanbau durch die Nachfrage am Markt. Je gewinnbringender ein Gut ist, umso mehr wird von diesen, und nur von diesem angebaut. Daher wollen wir im nächsten Beitrag aufzeigen, was mit den Unmengen von Mandeln geschieht.

Seit Beginn der Mandelkampagne haben wir viel Wissenswertes rund um die Mandel weitergegeben, von der Bepflanzung bis hin zur Ernte. Im nun letzten Teil soll sich alles um den wirtschaftlichen Kontext drehen. Betrachtet man die gesamte Weltproduktion der konventionellen, also nicht biologisch zertifiziert, angebauten Mandeln, so ist diese im Durchschnitt jährlich gestiegen und wird auch in den nächsten Jahren gemäss Prognosen weiter steigen. Die meisten denken bei Mandeln an die kalifornischen Mandeln, was nicht sonderlich verwunderlich ist. Denn im gesamten Weltmarkt beherrschen die kalifornischen Mandeln den grössten Anteil – nämlich 80%, das sind rund 878,000 Tonnen Mandeln. Danach folgt Australien mit 7% und Spanien mit rund 3%, wie die Abbildung zeigt.

mandelproduktion

Doch warum ist Kalifornien mit über zwei Drittel so präsent. Dies ist zum einen auf die grossen Anbauflächen zurückzuführen. Auf einer Fläche von 840.000 acre (entspricht 339.935,34 ha) stehen nur tragende Mandelbäume, und diese Fläche wächst jährlich um etwa 6.000 ha. Hinzu kommt, dass in Kalifornien Wasser weniger ein knappes Gut darstellt. Aber auch die Ernte, welche hier ausschliesslich maschinell erfolgt, spielt eine Rolle. Hohe Lohnkosten, wie beispielsweise in Spanien, sind hier kein Thema. Daher ist klar, dass die Preise auf dem Weltmarkt durch die kalifornischen Mandelproduzenten bestimmt werden. Gerade für die Mandelbauern in Spanien ist es schwierig diesem Konkurrenzdruck standzuhalten. Denn diese müssen ihre Mandelbäume oft ohne grosse Maschinen ernten und die Lohnkosten für die Erntehelfer sind hoch. Somit ist der Aufwand fast höher als der Ertrag. Für viele lohnt sich der Anbau und die Pflege der Mandelplantagen nicht mehr. Hier kann man sich fragen, wie lange es wohl dauert, bis die kalifornischen Grossproduzenten die kleineren Produzenten verdrängt haben. Denn Spanien ist bereits Nettoimporteur von konventionellen Mandeln. Aber nicht nur die Verdrängung kleinerer Anbieter ist eine negative Folge des kalifornischen Mandelbooms, auch die Anbauweise hinterlässt leider ihre Spuren, doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

In unseren letzten zwei Beitragen haben wir die maschinelle Ernte erklärt. Nun ist leider nicht jeder Mandelbauer in der Lage, maschinell zu ernten. Dies zum einen aus finanziellen Gründen. Denn gerade in Spanien sind die Mieten für die Maschinen sehr hoch. Und zum anderen gibt es Anbaugebiete, die den Einsatz solcher Erntemaschinen nicht zulassen, weil sie beispielsweise an einem steilen Hang liegen. Dann bleibt nur noch die Handarbeit übrig, so wie beispielsweise oft in Mallorca. Hört man dort ein seltsames metallisches Klicken und Klacken, dann ist dies das Geräusch der speziellen Erntetechnik der Mandelbauern. Zuerst werden im Vorfeld grosse Netze um die Bäume ausgelegt, damit die Mandeln darin gesammelt werden können. Dann „bewaffnen“ sich die Bauern mit langen dünnen Aluminiumrohren und schlagen die Mandeln von den Bäumen. Dass diese Arbeit eine beschwerliche ist, zeigt sich darin, dass für die Ernte eines Baumes zwei Bauern ungefähr 10 Minuten benötigen. Im Vergleich dazu dauert die maschinelle Ernte eines Baumes ungefähr 3 Sekunden. Doch ist dieser Schritt geschafft, kann die Trennung von Fremdkörpern wie Blättern und Zweigen von den Mandeln in den Netzen beginnen. Zur Erleichterung aller Beteiligten wird dies mittlerweile überall maschinell gemacht.

Herunterschlagen der reifen Mandeln

Herunterschlagen der reifen Mandeln

Am Boden ausgebreitete Netze

Am Boden ausgebreitete Netze

Beim letzten Beitrag wurde darüber berichtet, dass es für die Ernte unterschiedliche Methoden gibt. Wir bleiben nun bei der mechanischen Ernte und schauen uns an, wie genau die Rüttelmaschinen die Mandeln von den Bäumen holen. Sie fahren nah an den Baumstamm heran. Dann umfasst eine Zange sanft den Baumstamm und durch ein kurzes heftiges Rütteln der Maschine fallen die Mandeln herunter. Besitzt die Maschine eine Auffangvorrichtung, so sammelt sie die Mandeln direkt ein. Fallen die Mandeln aber auf den Boden, bleiben sie eventuell noch ein bis zwei Wochen zur Trocknung am Boden liegen und werden dann entweder mittels anderer Maschinen zusammengefegt oder sie werden mit einer Art Sauger in den Transportwagen befördert. Da mit den Mandeln auch Blätter und kleine Äste vom Baum fallen, müssen diese Fremdkörper von den Mandeln getrennt werden. Dies erfolgt über ein Gebläse direkt vor Ort oder in einem späteren Arbeitsschritt. Wie die manuelle Ernte vor sich geht, das erzählen wir in unserem nächsten Bericht.

Damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie so eine Maschine arbeitet, haben wir euch hier ein Video herausgesucht:

Mandelernte Rüttelmaschine mit Auffangvorrichtung

Mandelrüttelmaschine ohne Auffangvorrichtung

Rüttelmaschine ohne Auffangvorrichtung

Greifzange der Rüttelmaschine

Greifzange der Rüttelmaschine

Während es in den vergangenen Beiträgen um die verschiedensten Dinge wie die vegetativen Merkmale oder Anbaumethoden von Mandelbäumen ging, möchten wir nun einen Einblick in die Ernte und Verarbeitung geben.  Der Erntemonat von Mandeln variiert nach der jeweiligen Sorte und dem Anbaugebiet. Im Herbst ist die Haupterntezeit. Dabei beginnt sie Ende August mit den frühen Sorten und zieht sich mit den später reifenden Sorten bis in den November hin. Einige Wochen vor der Ernte werden die Bäume nicht mehr gewässert. Dadurch lassen sich die Mandeln später leichter ernten. Das Fruchtfleisch und die äussere Samenhaut trocknen aus. Wenn die Samenhaut braun und aufgeplatzt ist, dann ist der Beginn der Erntezeit da. Für die Ernte kommt entweder der maschinelle Weg in Frage oder aber die zeit- und arbeitsintensivere Handarbeit.

Heute soll der maschinelle Weg näher erklärt werden. In grossen Anbaugebieten wie Kalifornien, aber auch in Spanien, werden die Mandeln mit Rüttelmaschinen geerntet. Verschiedene Modelle kommen zum Einsatz. Hat man ein Modell, welches nur die Mandeln vom Baum rüttelt, dann ist es wichtig, dass die Mandeln möglichst sanft auf dem Boden landen. Die einen spannen Netze, die anderen lassen vorher über Wochen zwischen den Bäumen das Unkraut stehen, teilweise wird es sogar extra angepflanzt, um wenig später wieder gemäht zu werden. Das gemähte Unkraut am Boden bietet so eine weiche Unterlage und die heruntergerüttelten Mandeln bleiben unbeschädigt. Dann gibt es aber auch Maschinen, die bereits eine Art Auffangvorrichtung integriert haben und beim Rüttelvorgang die Mandeln direkt einsammeln. Wie genau dieser Rüttelvorgang vor sich geht, das erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Erntemaschine

Erntemaschine

Ernte-reife Mandel

Ernte-reife Mandel

In den vergangenen Beiträgen haben wir über die richtige Pflege gesprochen, damit der Mandelbaum prächtig wachsen kann. Der Standort muss gut gewählt sein, die notwendige Bodenbeschaffenheit muss gegeben sein und bei der Aufzucht und Pflege müssen einige wichtige Dinge berücksichtigt werden. Heute soll es darum gehen, wie man den Mandelbaum vor Schädlingen und Pilzbefall schützt. Im letzten Beitrag haben wir erwähnt, dass eine ausreichende Bewässerung vor allem in der Trockenzeit empfehlenswert ist. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Erde nicht zu nass wird, da sich sonst Pilzbefall bilden kann. Für die Mandelbäume in Palästina, wo auch die Pakka Mandeln herkommen, ist dies allerdings kein Thema, da dort die Bäume nicht bewässert werden. Allerdings können sich auch bei starkem Regen fäulniserregende Pilze auf den Blüten ausbreiten. Diese sollten am besten durch Fungizid, einem chemischen oder biologischen Wirkstoff, bekämpft werden. Neben Pilzen sind Milben als Schädlinge für den Mandelbaum zu erwähnen. Diese treten oft im Sommer auf, heften sich an die Blätter und saugen deren Saft aus. Mit Schachtelhalmextrakten und Brennnesseljauche kann man die Blätter bespritzen und die Milben bekämpfen. Der häufigste Schädling ist der Navel Orange Worm oder auch Pfirsichbohrwurm. Um die natürlichen Feinde der Insekten nicht zu gefährden, sollte bei einem Befall möglichst naturkonforme Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Ist der Mandelbaum nach der Ernte befallen, so kann eine mechanische Massnahme zur Insektenbekämpfung beitragen. Dazu werden die Bäume im Winter kräftig geschüttelt und die an Ästen verbleibenden und befallenen Mandeln heruntergeschlagen, um sie dann in den Boden einzupflügen. Und wenn dann alles richtig gemacht wurde, hat man lange Freude an dem Mandelbaum.

Navel Orange Worm

Navel Orange Worm

Ist ein Mandelbaum gesetzt und hat sich prächtig entwickelt, ist auf die richtige Pflege zu achten. Schliesslich soll der Baum nicht einfach vor sich hin wuchern. Nachdem im ersten Jahr der Trieb aus der Veredelung in die Höhe geschossen ist, muss dieser im zweiten Jahr zurückgeschnitten werden. Und zwar so, dass sich eine Architektur von drei Hauptästen bildet. Auch später ist es wichtig, die überzähligen Äste aus dem Inneren der Krone zu entfernen. Dies nimmt man sich am besten nach der Blütezeit vor, denn dann kann man guten Gewissens die zweijährigen Triebe, die bereits geblüht haben, zurückschneiden. Eine ausreichende Bewässerung in der Trockenzeit und eine gezielte Düngung helfen den Mandelbaum bei seiner Entwicklung. Zur Düngung eignet sich Kompost hervorragend, welcher nach jeder Fruchtbildung in den Boden eingearbeitet wird. Dabei sollte man das Unkraut und die Gräser zwischen den Bäumen wuchern lassen. Denn dies bietet einen idealen Lebensraum für Nützlinge. Im dritten Jahr bilden sich bereits erste Mandeln. Allerdings würde sich eine Ernte meist noch nicht lohnen, da die Ausbeute wohl sehr gering ausfallen würde. Ab dem vierten Lebensjahr tragen die Mandelbäume dann ausreichend Mandeln, die eine Ernte lohnenswert machen. Erst jetzt ist es sinnvoll, das Unkraut und das wuchernde Gras zu mähen, um die Ernte zu erleichtern. Hat der Mandelbaum sein achtes Lebensjahr erreicht, wird er massiv ausgelichtet. Es wird empfohlen, den Baum dann mindestens um 20% zurückzuschneiden, damit der Baum wieder neu treiben kann und seine schöne Form langfristig gegeben bleibt. Denn schliesslich kann so ein Baum zwischen 20 und 25 Jahren alt werden.

Baumschnitt

Hat man den richtigen Standort für den Mandelbaum gefunden (wir haben im letzten Beitrag „Nut knowledge“ darüber berichtet), kann der Mandelbaum gesetzt werden. Um einen Mandelbaum zu züchten, beginnt man idealerweise nach der grossen Sommerhitze. Zur Züchtung werden oftmals ein Pfirsich- und ein Mandelschössling benötigt. Pfirsichschössling deshalb, weil ein Mandelbaum üblicherweise auf Pfirsichholz veredelt wird. Dazu schneidet man einen bewurzelten Pfirsichschössling auf ein paar cm Höhe zurück. Mit einem T-Schnitt (Abb.1) wird die Veredelungsstelle freigelegt. Auf diese Schnittstelle wird dann eine einzelne Knospe eines 6-8 Monate alten Mandelschösslings gesetzt (Abb. 2). Anschliessend muss die Stelle mit Bastfaden oder Okulationsband eingebunden werden (Abb. 3). Die Methode der Veredelung wird in Fachkreisen auch Okulation genannt. Diese Arbeit erfordert am Anfang viel Fingerspitzengefühl, wenn sie zum Erfolg führen soll. Ist die Bepflanzung geglückt, so wächst innerhalb eines Jahres ein Trieb, der eine Höhe von über 1 m erreichen kann (Abb. 4). Wichtig für die Aufzucht im ersten Jahr ist eine gute Bewässerung, damit sich der Schössling prächtig entwickeln kann.

 

Abb. 1: T-Schnitt

Abb. 1: T-Schnitt

Abb 2

Abb. 2: Einschieben der Knospe

Abb 3

Abb. 3: Verband mit Bastfaden oder Okulationsband

Abb. 4: Austrieb nach erfolgreicher Veredelung

Abb. 4: Austrieb nach erfolgreicher Veredelung