Zum Inhalt springen

Unsichtbare Arbeit – Frauen in der Landwirtschaft

5. März 2026 durch
Mzevinar Jojua

Es ist Zeit, die unsichtbare Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen


In Georgien setzt die Pakka Foundation derzeit das Projekt «Enhancing Georgia’s Agricultural Competitiveness: Sustainable Hazelnut and Almond Agroforestry in Kakheti and Samegrelo» um. Das Projekt wird von der Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria finanziert. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Haselnuss- und Mandelbranche in Georgien zu stärken. Dies geschieht durch verbesserte Verarbeitung und Lagerung der Nüsse, gestärkte Wertschöpfungsketten sowie die Förderung klimaresilienter und biologischer Agroforstpraktiken. Geschlechtergerechtigkeit und soziale Inklusion sind ebenfalls zentrale Themen des Projekts. Sie adressieren geschlechts- und sozialbezogene Risiken, die im Kontext der georgischen Landwirtschaft festgestellt wurden.


In den Haselnuss- und Mandelanbaugebieten Georgiens spielen Frauen eine aktive Rolle. Sie sind an nahezu allen Arbeitsschritten beteiligt – von der Produktion über die Ernte bis hin zur Lagerung und Verarbeitung. Damit beeinflussen sie direkt die Qualität und Vermarktung der Produkte. Trotz dieses wichtigen Beitrags werden Frauen jedoch selten als Landwirtinnen, Entscheidungsträgerinnen oder wirtschaftliche Akteurinnen anerkannt.


Der eingeschränkte Zugang zu Land, Maschinen und Finanzierung begrenzt die Möglichkeiten vieler Frauen zusätzlich. Betreuungsaufgaben in der Familie und körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten erhöhen ihre Belastung weiter. Zudem besteht ein klarer Zusammenhang zwischen begrenzten wirtschaftlichen Perspektiven und der Migration von Frauen ins Ausland. Für viele Frauen ist Migration keine freie Entscheidung, sondern eine Folge fehlender Erwerbsmöglichkeiten vor Ort.


Gleichzeitig besteht Potenzial für Veränderung. Wenn Frauen Zugang zu Ressourcen und Wissen erhalten, sind sie leistungsfähig und zeigen Führungskompetenzen. Dies zeigt sich besonders bei Frauen, die in der Mandelproduktion tätig sind. Investitionen in Kompetenzen von Frauen, die Reduktion der Arbeitsbelastungen durch geeignete technische Unterstützung sowie eine faire Entlöhnung, können sowohl die Geschlechtergerechtigkeit als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft stärken. Die Herausforderung liegt nicht in den Fähigkeiten, sondern im Zugang.


Rückmeldungen aus dem Feld bestätigen die Bedeutung landwirtschaftlicher Programme, die Frauen fördern. Der Schritt von reiner Beteiligung hin zu struktureller Stärkung ist entscheidend, um inklusive, resiliente und nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen. Daher engagiert sich die Pakka Foundation mit diesem Projekt für die stärkere Einbindung von Frauen in der Landwirtschaft. Denn wenn die Arbeit von Frauen anerkannt, unterstützt und wertgeschätzt wird, funktioniert Landwirtschaft besser – für Familien, Gemeinschaften und Märkte.


Wir bedanken uns bei ADA, Christian Schober, Gottfried Traxler, Mzevinar Jojua, Giorgi Vasadze, Ashish Kapur, Sopiko Babalashvili und Dorothee Lötscher, in Partnerschaft mit CaucasNuts, allen Bäuerinnen und Bauern und den Mitarbeitenden von NCC und Pakka Georgia, die dieses Projekt möglich machen.



Haselnussbäuerin Lela Gamisonia, Mitglied des Bio-Haselnussverbands CaucasNut, Georgien.


Foto: Haselnussbäuerin Lela Gamisonia, Mitglied des Bio-Haselnussverbands CaucasNut, Georgien.



International Partnerships Austria funded by ADA



Diesen Beitrag teilen
Unsere Blogs