Rebuilding Fair Trade Alliance Kerala (FTAK)

Was hat die FTAK mit dem erhaltenen Geld gemacht?

Erfahren Sie hier mehr, wie die Fair Trade Alliance Kerala das erhaltene Geld nun verwendet:

(Blog-Auszug FTAK – Fair Trade Allicance Kerala:)

Unser Aufruf, Beiträge zu unseren Wiederaufbau zu leisten, fand überwältigende Resonanz bei unseren Kunden, Wohlwollenden und Freunden. Die folgenden Organisationen haben einen wesentlichen Beitrag geleistet. Gepaart mit individuellen Spenden und eigenen Beiträgen der FTAK haben Sie dazu beigetragen, 10 Millionen INR für unseren Wiederaufbau aufzubringen.

Was ist bisher passiert?

Soforthilfe nach der Flut

  • Bargeld für Familien in Hilfslagern, Räumung von angesammelten Abfällen aus Häusern
    -> FTAK-Mitglieder aus allen vier Distrikten kamen nach Sugandhagiri und übernahmen Aufräumarbeiten
  • Lieferung von Rohrleitungen für Trinkwasser. 10 km lange Pipelines wurden gekauft und geliefert
    -> alle FTAK-Mitglieder in Sugandhagiri haben nun sauberes Trinkwasser zu Hause

Startschuss für Wiederaufbau – Seed Festival mit Motto „Seeds of Survival“

Das Seed-Festival Ende Januar 2019 war der offizielle Startschuss für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser. Das Motto des diesjährigen Festes hiess „Seeds of Survival“. Das Mitglied der lokalen Selbstverwaltung und das Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung, Herr Shadevan bzw. IC Balakrishnan MLA, haben das Wiederaufbauprogramm beim Seed Festival offiziell gestartet.

Am Seed-Festival gab es einen Stand, an dem sich die Landwirte über all die verschiedenen Programme, Einrichtungen, Kredite, Subventionen und Anreize informieren konnten, die den Landwirten im Rahmen verschiedener staatlicher und halbstaatlicher Einrichtungen angeboten wurden. Das Landwirtschaftsministerium entsandte sein Personal an den Stand, um die verschiedenen Programme zu erläutern und Zweifel bei den Landwirten auszuräumen.

FTAK-Generalsekretär Thomas Kalappura präsentierte die Abrechnung der Einnahmen aus dem Aufruf zum Wiederaufbau von Sugandhagiri und präsentierte die Pläne und das Budget für die Verwendung des generierten Geldbetrages.

Am Rande des Seed Festivals fanden sieben Workshops und eine Landwirtschaftsausstellung statt, die sich auf klimaresistente Landwirtschaft, Hochwasserschutzmaßnahmen und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten konzentrierten. Klimaresistente Paprika- und Kaffeeanbaupraktiken, Saatgut, das dem Klimawandel standhält, und biologische Vielfalt in der Landwirtschaft, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern, waren die Themen der Workshops zu den landwirtschaftlichen Praktiken. Die Verwendung von Geotextilien (aus Kokosfaser) zur Verhinderung von Bodenerosion und zum Wiederaufbau von Oberboden war eine Werkstatt, die für den Wiederaufbau sofort praktische Bedeutung hatte.

Höhepunkt „Verteilung von Geschenkgutscheinen / Setzlingen“:

Ein Höhepunkt des diesjährigen Seed Festivals war die Entscheidung der FTAK-Distriktausschüsse in Kannur, Kasargode und Kozhikode, 10 Prozent aller Samen, die sie zum SeedFestival mitbringen, an Wayanad-Bauern zu spenden, die von den Überschwemmungen am stärksten betroffen sind. Annadana Seed Savers aus Bangalore, die nicht am SeedFestival teilnehmen konnten, sorgten dafür, dass sie eine große Menge an Samen über Freunde aus Banglaore verschickten, die an der Veranstaltung teilnahmen. Diese und die erste Rate von Setzlingen wurden nach Abschluss des Saatgutfestes an die Bauern verteilt. Aber die Mehrheit der Setzlinge wird erst kurz vor dem Monsun, der Pflanzzeit in Kerala, verteilt werden.

Die Identifizierung der hilfsberechtigten Landwirte ist abgeschlossen. Die Freigabe der Hilfe wird in den kommenden Monaten erfolgen und soll bis Juni 2019 abgeschlossen sein. Es gibt einige Aktivitäten, die sich bis ins Jahr hinein fortsetzen werden – Bodensanierung, Unterstützung von Initiativen für Produkte mit Mehrwert, Initiativen zur Gruppenlandwirtschaft usw.

Weitere Informationen über den Wiederaufbau folgen.

Übersicht Geldverwendung Crowdfunding Projekt

Dank der Unterstützung zahlreicher Supporter konnten wir zwei vordefinierte Phasen erfolgreich abschliessen und im Januar 2019 einen Betrag von über CHF 31‘000 an die Fair Trade Alliance nach Kerala überweisen. Mit dieser finanziellen Unterstützung können die Kleinbauern der Kooperative schrittweise ihre unmittelbarsten Schäden nach den heftigen Jahrhundertfluten im August 2018 beheben und dadurch optimistischer in die Zukunft blicken.

Übersicht Geldverwendung

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Abzüge in Prozent, die wir vornehmen mussten.Von dem erhaltenen Totalbetrag in der Höhe von CHF 42’562 mussten wir 9% an die Crowdfunding-Plattform 100-days.net überweisen.

12.15% wurden für die bestellten Goodies wie die Cashew Nüsse aufgewendet. Dieser Betrag in der Höhe von CHF 5’172 kommt aber ebenfalls vollumfänglich der FTAK zugute, da dieser Betrag die Einkaufskosten für die Cashews für die Goodies darstellt.

6.25% Herstellungs-, Porto- und Kommissionierungskosten fielen an, um die bestellten Goodies den Supportern nach Hause zu senden.

Ein kleiner Teil von 0.7% sind als Marketingkosten angefallen.

Effektiv konnten wir der FTAK also CHF 31’830 CHF plus CHF 5’172 für die Cashews überweisen!

Wer ist die Kooperative FTAK/Elements?

In der Kooperative Fairtrade Alliance Kerala/Elements sind rund 4’500 Kleinbauern mit ihren Familien genossenschaftlich organisiert. Tomy Mathew gründete die Kooperative im Jahr 2005 um den Bauern seiner Heimat zu einem besseren Einkommen zu verhelfen.

Ein paar Jahre vorher im Jahre 1999 eröffnete Tomy Mathew, zusammen mit seiner Frau in Calicut an der Malabar Küste einen der ersten Bio-Läden Indiens. Wie an anderen Orten wuchs auch in Indien das Bewusstsein für die negativen Folgen einer Landwirtschaft basierend auf Anbaumethoden in Monokulturen und Einsatz von Pestiziden. Sein Engagement hatte Pioniercharakter aber sein Einstieg war eher harzig. Nur langsam gelang es ihm, einen loyalen Kundenstamm aufzubauen. Um aber den 60 Bauern, die anfänglich seinen Laden belieferten, ein regelmässiges und gesichertes Einkommen zu bieten, wagte er im Jahre 2006 den Einstieg ins Exportgeschäft. Einer der ersten Kunden damals war das Zürcher Unternehmen Pakka.
Inzwischen sind es über 4’500 Kleinbauern, die der FTAK angeschlossen sind. Auf der Grundlage der Kriterien des fairen Handels erhalten die Kleinbauern garantierte Mindestpreise und sind dadurch gegen die Schwankungen der Weltmarktpreise im Rohstoffhandel gefeit.

In den Hügeln der Malabar Region im Projektgebiet Sugandhagiri bewirtschaften diese Kleinbauern der Kooperative ihr Land auf nachhaltige Art und Weise und setzen voll und ganz auf biologische Anbaumethoden. So war die FTAK denn auch die erste Fairtrade zertifizierte Produzentenorganisation in Südindien.

Das grosse Engagement von Tomy Mathew mit der Fair Trade Alliance Kerala (FTAK) trägt nicht zuletzt massgeblich dazu bei, dass die bestehende Artenvielfalt der Region erhalten bleibt und die Kleinbauern ihre Cashew Bäume kultivieren, pflegen und die Ernte in deren Depots abliefern. Der Druck der Weltmarktpreise führt leider mancherorts dazu, dass die Bauern gefragteren Kulturpflanzen den Vorzug geben und daher alte Sorten langsam verschwinden. Umso schöner ist es, dass Pakka durch die Zusammenarbeit mit FTAK/Elements dazu beitragen kann, dass genau das weniger passiert. Heute werden in Mischkulturen Cashews, Kokosnuss, Kakao, Kaffee und Gewürze angebaut und bewirtschaftet.

Elements handelt anschliessend genau mit diesen Rohstoffen, die immer sowohl «Fairtrade» als auch «biologisch» zertifiziert sind. Das ist Teil der Philosophie, die uns verbindet: Unser gemeinsames Wirtschaften darf nie unverbunden von den Menschen und deren Umwelt geschehen, sondern muss immer als Teil eines grösseren Ganzen betrachtet und verantwortet werden – sowohl ökonomisch wie ökologisch.
Der Mehrpreis, den die Rohstoffe beim Verkauf erzielen, kommt nicht nur den Kleinbauern selbst, sondern immer auch einem Projekt für die Allgemeinheit zugute. So ist zum Beispiel der Bau einer neuen Schulküche möglich geworden. Schulküchen sind in Indien ein nicht wegzudenkender Beitrag für die Gemeinschaft der Schwächeren, da dort Kinder aus ärmeren Familien kostenlos eine warme Mahlzeit am Tag bekommen.

Pakka wurde vor 12 Jahren durch die Zusammenarbeit mit Elements & FTAK Kerala gegründet und somit verbindet uns eine besondere Beziehung. Pakka ist stolz darauf, diesen Weg mit diesen wundervollen Menschen und ihren Produkten gehen zu dürfen und in Europa „Botschafter“ ihrer Geschichten zu sein.

Warum eine Crowdfunding Aktion für Fair Trade Alliance (FTAK) in Kerala?

Ende August 2018 wurde der indische Südstaat Kerala von den heftigsten Monsun-Regengüssen seit fast einem Jahrhundert heimgesucht und die Fluten haben zu enormen Schäden geführt.

Davon betroffen sind auch die rund 4’500 Kleinbauern des langjährigen Partners – der Kooperative «Fair Trade Alliance Kerala – FTAK» mit ihren angebauten Produkten Cashewnüsse, Gewürze, Kaffee, Kakao und Kokosnuss-Produkte im Sugandhagiri Projektgebiet. Vor allem die vielen Erdrutsche in den Bergen, verursacht durch die heftigen Regenfälle, führten zu enormen Verlusten an Eigentum und Ernten. Die Kleinbauern selber sind aber glücklicherweise wohlauf.

Schäden, Ernte und Ertragsausfälle in der Höhe von rund 885’000.– Euro

Die Monsunzeit ist in der Zwischenzeit vorbei und die schwierige und langwierige Aufgabe des Wiederaufbaus bestimmt nun den Alltag der Kleinbauern der Kooperative «FTAK». In einem ersten Schritt hat ein Ausschuss der FTAK (landwirtschaftliche) Soforthilfemassnahmen aufgegleist und den Kleinbauern finanzielle Hilfen für die nächste Ernte im Dezember/Januar ausbezahlt. Anschliessend wurden die Schäden für die Häuser und Höfe aufgenommen, bewertet sowie eine Roadmap für den Wiederaufbau definiert. Die Gesamtschäden betragen rund 885’000 Euro.

In diesen schwierigen Zeiten unterstützt Pakka die «FTAK» und die dahinterstehenden Kleinbauern und wird den landwirtschaftlichen Wiederaufbau und die kommenden Ernten vorfinanzieren.

Es braucht aber noch mehr und daher will Pakka zusammen mit Crowdcontainer mit dieser Aktion den Wiederaufbau der Plantagen, Häuser und Infrastrukturen unterstützen.

Pakka und Crowdcontainer wünschen der Fairtrade Alliance viel Energie im Aufbau, und dass ihre Ernten bald wieder «Pakka*» sind.

Legende: *Pakka kommt aus dem Hindi und hat ursprünglich gekocht, reif oder solid bedeutet.

Kapitalbedarf für kurz, mittel- und langfristige Hilfen

Die schwierige und langwierige Aufgabe des Wiederaufbaus bestimmt nun den Alltag der Kleinbauern der Kooperative «FTAK/Elements». Gleich unmittelbar nach den heftigen Monsunfluten hat die Kooperative Sofortmassnahmen aufgegleist und die Kleinbauern mit finanziellen Soforthilfen unterstützt. FTAK hat zudem eine Bestandesaufnahme der Schäden an den Häuser und Höfen vorgenommen, diese bewertet und eine Roadmap für den Wiederaufbau definiert.
Diese Roadmap ist unterteilt in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Massnahmen und Kapitalbedürfnisse.

STUFE 1: SOFORTHILFEN/KURZFRISTIGE HILFEN

Räumungen und Reparaturen (Wasserleitungen/temporäre Dachdeckungs-Materialien, Utensilien, Räumungen kleinerer Erdrutsche, Steine und Felsen, Wiederherstellung der Zugänge zu Häuser und Land)

Kosten: Euro 10’200.–

STUFE 2: REPARATUREN HÄUSER, BRUNNEN, TEICHE – MITTELFRISTIGE HILFEN

Reparaturen von tw. beschädigten Häuser, Brunnen, Teiche, Viehställe etc., Landrestaurierungen, Wiederbepflanzung Nutzpflanzen (Cashew Bäume, Kaffee, Pfeffer, Cardamon)

Kosten: Euro 25’280.–

STUFE 3: NEUBAU HÄUSER

Neubauten der komplett zerstörten Häuser (Anzahl Häuser 8)

Kosten: Euro 66’900.–

STUFE 4: EINKOMMENSSICHERUNGEN

Rückstellungen für Ernteausfälle der Kleinbauern.

Kosten: Euro 60’000.–

STUFE 5: EINE VERBESSERTE ZUKUNFT

Beseitigungen der Erdrutsche – Landrückgewinnungen, Massnahmen zur Verhinderung von Bodenerosionen auf den Feldern (500 Höfe)

Kosten: Euro 60’000.–

Wo ist die FTAK?

Fair Trade Alliance Kerala (FTAK), Karunapuram – Kurisadi Road, Kerala, Indien